Wenn Tage ihresgleichen Suchen – Nordseelauf 2017

Ich war beim Nordseelauf im schönen Wangerland und durfte wie schon im letzten Jahr einen wundervollen Tag erleben! Es war der erste „Wettkampf“ dieses Jahr und am liebsten wäre ich ihn gar nicht gestartet – das habe ich zumindest vorher noch gedacht, denn seit einiger Zeit habe ich sowohl mental als auch körperlich so meine Differenzen mit dem Laufen gehabt (ob sie jetzt weg sind, wird sich zeigen… 😀 )

Nordseelauf2017

In weniger als drei Monaten ist meine MD in Köln und das Training läuft gut – abgesehen vom Laufen und das ist ja irgendwie das härteste am Ende raus noch diesen Halbmarathon zu laufen. Aber da ist echt der Wurm drin und das Motivationsloch war wirklich in den letzten Wochen groß. Hinzu kommt immer mal wieder man grandios hoher Puls bei Schneckentempo und seit einiger Zeit auch ein echtes Atemproblem, denn tief Luft holen, da weigert sich mein Körper während mancher Belastung doch arg, was dem Puls sein übriges Tut. Deswegen hatte ich auch kurz überlegt, ob ich den 10km-Lauf beim Nordseelauf im Wangerland abblase hinweg in den nordischen Wind. Aber wieder einmal wurde ich von meinem inneren Schweinehund und meinem Körper eines besseren belehrt und glaube langsam, es ist vor allem ein MENTALES PROBLEM, über das ich nach Samstag etwas besser lachen kann 😀

Zusammen mit meinem Anhang ging es mit 80km Umweg – ja, der Wesertunnel ist immernoch gesperrt und nein, ich habe nicht vorher nachgeguckt – nach Horumersiel begleitet von Wind, grauen Wolken und Regenschäuerchen. Startunterlagen abgeholt, Sachen verstaut kam dann doch wirklich 30 Minuten vor dem Start die Sonne raus und es war zum Startschuss hellblauer Himmel ohne ein Wölkchen. Lieber Veranstalter, wie ihr das hinbekommen habt, weiß ich nicht und eigentlich war es schon fast zu warm zum laufen, aber so macht es trotzdem einfach nur noch mehr Spaß.

Schneller als gedacht

Die ersten zwei Kilometer liefen gut, ich hab nicht mal auf die Uhr geguckt. Als dann bei KM 2 meine Uhr ihr allwiederkehrendes Klingelingelin von sich gab, hab ich doch mal geguckt, weil ich ja nach Gefühl laufen wollte, und war bei 6:35 min/km. WAS??? Noch mal drauf geguckt und nur laut vor mich hin gesagt: Das kann doch gar nicht sein. Puls angeguckt: 180! Ok, naja… egal! Für mich war das in dem Moment total egal, denn ich war zu diesem Zeitpunkt mal eine gute Minute schneller als im Schnitt bei meinen sonstigen „ruhigen“ Trainingsläufen. Klar, es war ein „Wettkampf“ und ich wollte ein bisschen mehr geben, aber dass das so geht und sich so gut anfühlt, da war ich wirklich ganz schön erstaunt. Der nächste Gedanke war dann nur: Ach, das hälst du eh nicht durch…:D Aber lauf mal, bis nicht mehr geht. Langsamer machen kannste dann ja immer noch. Gesagt getan!

An Kilometer 4,8 gab es dann noch ne Runde Wasser und achja, fast verdrängt, ging es dann 2,5km durch den Sand am Strand entlang. Richtig genießen konnte ich das nicht, denn wenn man wie ich als Schnecke hinterherläuft, haben alle anderen den Sand ja schon weich getreten und ich habe NUR, wirklich NUR auf den Boden gestarrt, um die Löcher nicht zu treffen und mich noch zu verletzen. Aber auch diese 2,5km gingen vorbei und was danach kam, war einfach nur schön und Motivation pur.

Den inneren Schweinehund besiegt

Die letzten 2,5 km habe ich gebissen, gekämpft und immer wieder über mich selber gelacht, denn irgendwo da drinnen war er dann noch, mein kleiner Kampfgeist, der das Ding jetzt auch in unter 7:00 min/km durchziehen wollte und damit eine neue Bestzeit für 10 km aufstellen wollte 😀 (Es gab bisher nie eine Offizielle außer aus im Training…)

Am Ende waren es keine 10 km laut meiner Uhr, sondern nur 9,86 km, aber die habe ich in 1:07 Std. geschafft und damit mein Ziel erreicht, denn die 10 km hätte ich somit locker unter 1:10 Std. geschafft. Glückshorme, Jubel, Hochgefühl und das über eine Zeit, die für viele unterirdisch langsam erscheint. Ist sie auch vielleicht, aber sie hat meinen inneren Schweinehund besiegt auf jedem Kilometer. Der Puls war hoch, aber ich konnte laufen, lachen und mich trotzdem am Lauf erfreuen. Die Luft war da und die Atemnot wirklich dieses Mal nur dem hohen Puls geschuldet.

Im letzten Jahr war der Nordseelauf auf Wangerooge mein erster Lauf und auch damals schon war ich unglaublich begeistert von der Organisation und dem, was man für 22 Euro (Nachmeldegebühr wohlgemerkt) dort bekommt – es gibt sogar ein T-Shirt und einen echt schönen Beutel. Ich kann Euch den Lauf also nur ans Herz legen für nächstes Jahr oder für die ganz harten Läufer sogar die ganze Etappe über die sieben Inseln und Küstenorte im Norden. Die Strecken sind immer traumhaft. Schaut einfach mal rein – wer spontan Lust hat, kann sich auch noch nachmelden 😉

Ich für mich nehmen einen Haufen Motivation und Zufriedenheit mit, denn ich habe nicht damit gerechnet, dass ich die 10km so laufen kann 🙂

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .