Buchkritik: Du kannst Triathlon! (Werbung)

Heute weiß ich, dass es viele Bücher rund um das Thema Triathlon gibt. Als ich aber im Sommer erst auf den Gedanken und den Geschmack gekommen bin, dass das etwas für mich sein könnte, war es meine Dozentin (der ich meine Euphorie verdanke), die mir ein Buch empfohlen hat: „Du kannst Triathlon!“ von Stephan Edelmann.

Buchcover Du kannst Triahtlon

Kurz zum Autor: Auf dem Buchrücken wird er als aktiver Triathlet beschrieben, der schon unterschiedliche Distanzen absolviert hat, eigentlich gelernter IT-Journalist ist und 2012 seine Leidenschaft zum Triathlon mit der Seite www.triathlon-tipps.de zum Beruf gemacht hat. Das Buch soll demnach Einsteigern (wie mir) Ratschläge geben, Tipps und Tricks, Trainingspläne unter Hintergrundinfos vermitteln.

Ohne inhaltlich die Dinge im Detail zu analysieren möchte ich in diesem Beitrag trotzdem so kurz wie möglich meine Meinung zu diesem Buch mitteilen, die im Großen und Ganzen sehr positiv ist.

Kapitelunterteilung

Das Buch geht strukturiert an die unterschiedlichen Felder des Triathlons heran, sodass man als Leser von der Geschichte bis hin zum Wettkampftag sowie dessen Nachbereitung zu allem Informationen bekommt.

Schreibweise

Wie viele andere Bücher dieser Ratgeber-Form ist auch dieses Buch in einem persönlichen Stil geschrieben, in dem das Wort „Ich“ die eigenen Erfahrungen von Stephan Edelmann rückblickend beschreibt, der selbst mit der Volksdistanz begonnen hat. Die Ich-Form hält sich dabei jedoch in einem angenehmen Rahmen, der das Buch in seiner Sachlichkeit und Informationsvermittlung nicht stört, sondern mit kleinen Anekdoten für angenehme Erheiterung sorgt.

Inhalt

Jetzt aber zum eigentlichen Inhalt und wie ich diesen persönlich empfunden habe aus Sicht meines damaligen Unwissens und was ich bisher denke, nachdem ich mich nun etwas mehr (immer noch unwissend) mit dem Thema beschäftigt habe:

Bevor ich das Buch in der Hand hatte, muss ich ehrlich gestehen, wusste ich nicht, wer Jan Frodeno ist. Das schöne Bild von ihm von den olympischen Spielen 2008 mit dem Zielbanner war eine der ersten Informationen, die das Buch an mich weitergeben hat. Im Nachhinein fast peinlich, aber daran merkt man auch, welchen Stellenwert andere Sportarten in Deutschland haben, obwohl Triathlon ja von so vielen Leuten auch in Wettkämpfen betrieben wird. Im Zusammenhang damit gibt das Buch erst einmal eine grobe Übersicht über die Geschichte des Triathlons und die einzelnen Distanzen, denn Triathlon ist  entgegen der Annahme einiger meiner Freunde nicht immer direkt ein Ironman. Wenn man dann erzählt, dass man nur die kurze Volksdistanz machen möchte erstmal, wird man müde von der Seite belächelt 😀

Die kurze Checkliste zur Ausrüstung, die aber bei den Kapiteln zu den einzelnen Sportarten noch einmal im Detail besprochen wird, hat gerade einem Einsteiger wie mir zu diesem Zeitpunkt sehr weitergeholfen, um sich über die Dimension vor allem finanziell auch ein paar Gedanken zu machen, denn wenn Triathlon eins ist, dann wahrlich keine günstige Sportart, wobei ich mir das vorher auch schon gedacht hatte. Je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr wird man eines besseren belehrt 😀

Neben den persönlichen Empfehlungen für die einzelnen Sportarten werden, und das macht die gute Mischung in diesem Buch aus, auch fachliche Informationen zu unterschiedlichen Trainingsansätzen gegeben, Fachwörter werden aufgegriffen und erklärt, mit denen ich mittlerweile auch häufiger in Berührung gekommen bin und jetzt besser damit arbeiten kann. Es geht auch um Pulsmessung, Formel, Sportuhren und Funktionen, die das Smartphone mittlerweile für Sportler bietet. Dabei wird eine einfache Bewertung vorgenommen, die die Persönlichkeit des Buches unterstreicht, ohne dabei zu stark in eine Richtung zu werten, ob etwas gut oder schlecht oder sinnvoll ist. Die einzelnen Trainingsphasen habe ich für mich beim Lesen vor ein paar Wochen so hingenommen, nicht weiter bewertet, auch wenn ich mich jetzt darin wiederfinde. Als ich es gelesen habe, dachte ich allerdings nur: Jaja, du siehst erstmal zu, dass du richtig ans Radfahren, Laufen und Schwimmen kommst und eine Grundausdauer hast, bevor du irgendwelche Phasen oder Plänen hinterherläufst, zumal es Winter wird/ist jetzt. Dass sich das Ganze wie auch im Buch beschrieben GA1-Training nennt, weiß ich jetzt und hatte ich auch gelesen. Man findet sich also, zumindest ich, in den beschriebenen Mechanismen wieder.

Das Schwimm-Kapitel

Hier ging es mir vor allem darum, eine Bewertung zu bekommen, wie ich überhaupt einsteige, was für Material ich brauche und was nicht. Das konnte das Buch voll erfüllen und hat dabei eine sehr kritische Haltung zu dem ein oder anderen Hilfsmittel vermittelt, die ich bis heute auch in anderen Artikeln oder Büchern dazu gefunden und bestätigt bekommen habe. Außerdem zeigt das Buch in der Theorie durch Bilder und deren Beschreibung den guten Kraulstil, den ich ja auch lernen will, wobei man hier ehrlich sagen muss, dass kein Buch diese Technik mit Text und Bildern auch nur ansatzweise ausreichend erklären kann und auch niemand die Illusion hat, danach einfach loskraulen zu können. Aber man bekommt eine Idee davon, worauf es ankommt und in meinem Fall, was man alles noch nicht kann 😀

Das Rad-Kapitel

Stephan Edelmann ist auch hier in seiner Beschreibung und Empfehlungsgebung sehr pragmatisch, was zu meiner Einstellung passt, den Sport mit den möglichst geringen finanziellen Mitteln trotzdem machbar zu gestalten. Eine Einstellung, die das Buch dabei vermittelt, ist die, die auch in der Jedermann-Distanz kommuniziert wird, dass man auch mit einem normalen City-Bike oder sogar überspitzt mit einem Klapprad dort mitmachen kann. Ich habe selber in Bremen beim Triathlon zwei Leute mit Mountainbike gesehen, allerdings war deren Geschwindigkeit nicht zu vergleichen mit anderen Rennrad fahrenden Triathleten. Wenn ich überlege, mit meinem City-Bike 20km zu fahren und dafür nicht mehr als 60 Minuten Zeit zu haben, sehe ich schwarz. Natürlich kann man sagen, dass es auch da unterschiedlich geeignete Modelle gibt. Trotzdem glaube ich, dass man etwas realistischer kommunizieren könnte, welche Alltagsräder wirklich geeignet sind, jedoch kommt das in dem Buch nicht vor. Alternativ habe ich als Einsteigerin, für die sofort feststand, ein Rennrad zu erwerben, einige Ratschläge zum Kauf vermisst. Zwar wird der Aufbau des Rennrades erklärt aber vielmehr dazu auch nicht. Für einen Einsteiger scheint mir jedoch relevanter, neben dem Unterschied zwischen Rennrad und Triathlonrad vor allem Informationen zu Schaltung, Technik und Zustand zu bekommen, denn viele Einsteiger spielen wie ich mit dem Gedanken, etwas Gebrauchtes zu erwerben. Die Informationen, welche Schaltungen gut sind, welche Rahmenhöhe ich brauche, wie und wo ich mich ausmessen lassen kann und und und habe ich jedoch durch eigene Recherche und viele Gespräche mit erfahrenen Rennradfahrern bekommen. Da hat mich das Buch ein wenig alleine gelassen, wenn auch es kein Ratgeber für den Rennrad-Kauf ist, um dort etwas Kritik rauszunehmen. Viele dieser Infos findet man jedoch auf der Internetseite von www.triathlon-tipps.de, die der Autor betreibt. In diesem Fall die passende Ergänzung.

Das Lauf-Kapitel

Irgendwie habe ich dieses Kapitel nur überflogen, da ich dachte, weil ich schon jogge, sind die anderen beiden Sportarten mit ihren Infos erstmal relevanter. Woran mal allerdings konkret erkennt, ob die Laufschuhe aufgebraucht sind, weiß ich jetzt viel besser, nachdem ich noch einmal konkret nachgelesen habe. Auch die Bild-Reihen zur Haltung, der richtigen Fußstellung und Trainingseinheiten habe ich nach ausführlichem Lesen versucht, in konzentrierten Phasen in meinen Lauf einzubauen. Ob sich merklich was geändert hat, sehe ich selber nicht, aber es fühlt sich besser an.

Das Stabi- und Stretching-Kapitel

Da ich lange im Fitnessstudio trainiert und gearbeitet habe, weiß ich, dass diesem Teil der Sportart eine viel höhere Bedeutung zukommt, als es auf den ersten Blick beim Triathlon scheint und auch das kommuniziert das Buch hervorragend. Welche Übungen es dabei gibt, um die ergänzende Muskulatur gerade im Rückenbereich zu trainieren und wie man sich sinnvoll nach den einzelnen Sportarten dehnt, wird mit Bildern gut beschrieben, sodass man zu Hause wunderbar selber tätig werden kann. Jemanden zu haben, der dabei anfangs zuguckt, ist gerade bei Einsteigern, die die Übungen zum ersten Mal machen und nicht wie ich schon viele Stunden im Fitnessstudio verbracht haben, sinnvoll, um sich den Rücken nicht kaputt zu trainieren.

Tolle Special-Infos

Neben den genannten Dingen hält das Buch noch ein paar, wie ich finde, tolle Infos zusätzlich bereit:

  1. Ein 10-Wochen-Trainingsplan, der einen gut vorbereiten soll. Jedoch finde ich da wie bei vielen dieser Pläne, braucht man eine wirklich gute Grundkondition, sonst geht man dabei im wahrsten Sinne des Wortes baden.
  2. Kapitel zum Wettkampftag mit Infos zu:
    1. Was esse ich am Vortag
    2. Checkliste für den Wettkampf fürs Material
    3. Einrichten der Wechselzone
    4. Planung des Wettkampftages selber vom Abholen der Unterlagen über Streckenbesichtigung etc.

Abschließend: Für Einsteiger, die so grün hinter den Ohren sind, wie ich es war und einen Überblick brauchen gepaart mit persönlichen Empfehlungen ist es eine klare Kaufempfehlung. Dann gibt das Buch auch von sich selber aus genug Anreize und Informationen, auf denen die weitere Recherche aufgebaut werden kann. Ob man nur nach dem Buch wirklich einen Triathlon finishen kann, ohne weiteren Informationen gerade zum Training zu haben, glaube ich nicht, aber die Grundlagen werden in jedem Fall geschaffen.

Zu kaufen gibt es das Buch natürlich bei Amazon für 16.95 Euro, die für das, was man bekommt, wirklich gut investiert sind.

 

 

Bilder: www.triahlon-tipps.de, Spomedis

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