Mein Date mit Hermann – Saisonziel Nr. 1: Hermannslauf

Lena-Hermannslauf 2018-Durchhalten ist alles

Ich habe ein Date oder nein, anders gesagt: Ich plane, ein Date zu haben. Mit wem? Mit Hermann. Einige kennen Hermann vielleicht. Er ist groß, lang, wunderschön und hat einige, entzückende “Kurven”. So sagt man ihm das zumindest nach. Wer Hermann nicht kennt, dem beschreibe ich ihn gleich gerne noch ein bisschen ausführlicher. Denn Hermann ist kein geringerer als der Hermannslauf 2018 vom Hermannsdenkmal zur Bielefelder Sparrenburg.

Als ich vor knapp vier Monaten nach Bielefeld gezogen bin, habe ich relativ ernüchtert festgestellt, dass ich 2017 echt kaum gelaufen habe – eigentlich gar nicht. Da gab es Monate, in denen 5km auf der Uhr standen. Nicht sonderlich viel. Wie ich mit diesen mikrigen Jahreskilometern einen Halbmarathon in Cuxhaven gelaufen bin und drei Sprint-Distanzen geschafft habe? Keine Ahnung. Aber ich wollte dringend daran etwas ändern und mir selber da mal gehörig in den Arsch treten. Ja, man muss es so drastisch sagen. Ich erzähle immer, ich mache Triathlon aber für die letzte Saison muss ich mich zumindest was das Lauftraining angeht, etwas dafür schämen, denn viele denken immer, ich wäre sonst wie sportlich und ganz ehrlich Leute: Nein, ich war FAUL, richtig faul 2017 (wenn ich nich gerade mit Antibiotikum ausgeknockt war).

Dummerweise habe ich eine ganz merkwürdige Angewohnheit oder ich glaube zumindest, dass viele es so bezeichnen würden: Ich neige dazu, mir bei Unzufriedenheit in dieser Sache wahnsinnig tolle und große Ziele zu suchen, damit ich etwas habe, auf das ich hintrainieren kann 😀 Prinzipiell ist das ja eine schöne Sache, aber bei mir hat es 2017 schon mit der Mitteldistanz, die ich nicht gemacht habe, merkwürdige Züge angenommen. Kein Wunder also, dass ich es jetzt noch einmal gemacht habe.

Mein Ziel 2018 ist NUR der Hermannslauf!

Und der hat es in sich: Bei Instagram habe ich schon bei 5km-Touren gestöhnt, dass es in Bielefeld, zumindest dort am Rande des Teutoburger Waldes, wo ich wohne, ganz schön hügelig ist. Das ist aber noch nix gegen den Hermann. Der hat schlappe 31km Gesamtlänge, die knapp 600hm aufwärts und rund 750hm abwärts gehen. Mit steilen Anstiegen wie dem Tönsberg oder nach den brühmt, berüchtigten 100 Stufen der Lämershagener Treppen. Aber er hat noch ein bisschen mehr und das hat Arne Bensiek von der Neuen Westfälischen Zeitung, der ihn schon vielfach gelaufen ist, hier mal zusammengefasst.

Jetzt sollte man meinen, dass mich diese Artikel rund um den Hermannslauf, wie hart er ist und wie viel er einem abverlangt, abschreckend auf mich wirken. Doch im Gegenteil. Ich hab Bock, richtig Bock. Ich will Hermann kennenlernen. Will meinen inneren Schweinehund an ihm testen, vorher im Training und während des Wettkampfs. Damit ich das nicht völlig alleine tun muss, habe ich mir Hilfe geholt, vor allem mental: Das Lauftraining für den Hermannslauf organisiert vom Active Sportshop Bielefeld. Hier gibt es alle zwei Wochen gemeinsames Lauftraining je nach Leistungsgruppe mit Trainern, einige Vorträge rund ums Laufen, Verletzungen und Ernährung. Außerdem gibt es zwei Busfahrten, damit man die Strecke getrittelt anfährt und gemeinsam schon einmal gelaufen hat. Was das angeht, habe ich dann die Hoffnung, dass ich es bis Ende April wieder vergessen habe, wie weit es von hier nach dort noch so ist 😀 Außerdem gibt das Programm Trainingspläne vor, an denen ich mich aber nur grob orientiere und von denen ich vor allem die langen Läufe am Wochenende so umsetze und in der Woche nach eigenem Empfinden trainiere, sodass es ungefähr das abdeckt, was dort auch geschrieben steht.

Wie läuft das Training bis jetzt?

Eigentlich gut. Wenn ich zurück denke, wo mein Trainingsstand im vergangenen Jahr zu dieser Zeit war aufgrund von vier Blasenentzündungen. Ich hab war gerade zwei Wochen hartnäckige Mandelentzündung hinter mir und dementsprechen auch zwei Wochen Sportpause. Vom Gefühl her ist es mir mental aber egal, denn ich habe immernoch Bock und ich glaube, die Kondition kommt schnell wieder zurück, wenn sie überhaupt groß verschwunden ist. Zuletzt waren 2:20 Std. und 270hm mit der Laufgruppe kein Problem und das hatte mich selber kurz erstaunt. Als ich dann auf meine Gesamtkilometer im Januar geguckt habe, wo 85km standen, hat es mich weniger gewundert, denn das war, im Vergleich zum letzten Jahr und für mich als semibegeisterte Läuferin eine ganze Menge.

Ursprünglich wollten wir mit den Arbeitskollegen Ende Februar beim Baukasten-Marathon 18km (oder mehr) laufen, leider wurde dieser jetzt abgesagt. Mal schauen, ob ich also vorher noch irgendwo just for fun einen Halbmarathon laufe – ich liebäugel immernoch mit dem Halbmarthon in Cuxhaven Anfang April. Das Training geht auf jeden Fall ab nächster Woche ganz in Ruhe weiter.

Eine kurze Moralkeule noch

Eins aber habe ich über mich und das Training im Auf und Ab gelernt: Es ist wirklich scheißegal, wie langsam ich laufe. Ich laufe nach Puls, versuche es zumindest so gut es geht. Und wenn das bedeutet, Anstiege hochzugehen, damit der Puls nicht völllig explodiert und auch sonst das Grundlagentraining noch einmal langsamer zu machen, dann mache ich das und es ist mir mittlerweile egal. Das war es lange nicht, weil ich immer dachte, dass die Leute denken und reden…Was für ein Quatsch! Wem das auch so geht: Macht Euch davon frei, wie langsam ihr lauft und was andere darüber denken! Dann macht es auch wirklich Spaß!!!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Lena, da hast du ja einen schönen Bericht geschrieben, den Hermann zu laufen ist ein tolles Ziel, den Hermann zu überstehen ist etwas Besonderes Punkt wie ist es denn oder besser wie bist du denn gelaufen? Liebe Grüße Rene

    • Hallo Rene,

      ich bin leider gar nicht gelaufen, da ich operiert werden musste und jetzt seit eineinhalb Wochen erst wieder mit Sport anfangen konnte…leider. Deshalb ist hier auch bisher kein Nachbericht oder Sonstiges erschienen 😉 Ich schaue mal, dass ich ihn nächstes Jahr mitlaufe!

      LG Lena

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