Trainingslager im Harz – es war Arschkalt

Letzte Woche Donnerstag ging es für Zeigenwasinunssteckt, Triflifelove und mich sowie ein Haufen andere Triathlöwen in den Harz, um mit unseren geliebten Rennrädern ein bisschen Bergtraining zu machen. Im letzten Jahr waren wir über Himmelfahrt dort und mit dem Wetter ganz schön verwöhnt, sind kurz-kurz gefahren und haben uns teilweise einen Sonnebrand geholt. Davon konnte dieses Jahr wirklich nicht die Rede sein – wir haben uns echt im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch (man muss es einfach so sagen, weil schön war es dann nur bedingt, abgefroren)…

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Tag 1 (Donnerstag, 27.04.2017):

Morgens um 5.30 Uhr ging mein Wecker, denn als Mit-Organisatorin ging es zusammen mit ein paar anderen Löwen schon um 7 Uhr los Richtung Harz. Es stand einkaufen für 4 Tage und 30 Leute auf dem Programm und damit schon die erste Herausforderung, die allerdings eine sportliche Denkaufgabe für den Kopf war. Danach sollte es dann noch aufs Rad gehen. Ich hatte Gott sei Dank in weiser Voraussicht noch eine lange Hose und eine Softshell-Jacke fürs TL gekauft, die sofort ausprobiert wurden und zumindest die Jacke sollte auch für die nächsten Tag mein Retter in der Not werden. Bei gefühlten -2 Grad (waren angeblich 8 Grad) ging es direkt den Hausberg hoch, da war mein Körper noch gar nicht wach und noch weniger auf hochstapeln eingestellt. Entsprechend war mein Puls – HOCH! Der hielt sich auch hartnäckig auf den nächsten 35km, die wir zum Einstieg gedreht hatten. Mein Frust war groß – hätte ich doch mal mehr das Rad im Winter bewegt. Ach nein, da war ich ja größtenteils krank, schoss es mir immer wieder in den Kopf. Tja…das ist die Quittung – totale Unfitness auf dem Rad. Wie soll ich denn so die nächsten drei Tage und noch längere Strecken überstehen? Mein Entschluss stand also schnell fest: In diesem Jahr werden es keine 100km Berge hoch und runter, sonst kippe ich vom Rad…

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Tag 2:

Umso besser also, dass die Mädels (Andrea, Daniela, Svenja, Helmi, Marie) und Ich uns am Freitag für eine 62km-Mädelsrunde zusammenschließen konnten und Daniela und ich uns gemütlich immer wieder abgewechselt haben, wenn es darum ging, wer von uns beiden als Erste zuletzt den Berg hochkam. Da hatte ich mich ja letztes Jahr schon dran gewöhnt und dieses Jahr keine Lust mehr drauf, ständig der Bremsklotz zu sein für die ganzen Kraftpakete, die zack-zack den Berg hoch sind und sich oben wegen mir den Hintern abfrieren. Klar – es wird immer auf den/die letzte gewartet, aber hey, besser fühlt man sich dann nicht, wenn die anderen zittern und man selber kaum vorwärts kommt 😀 Deshalb war die Runde mit ungeplanter Fahrt hoch auf den Sonnenberg und über Torfhaus wirklich schön, aber auch einfach nur arschkalt. 5km knapp bergab Richtung Ende der Tour haben einem trotz Windjacke und Handschuhe, langer Hose und Überziehschuhen jedes Körperteil eingefroren und den Muskeln die Kräfte noch mal extra geraubt. Ich war platt und das nach 62km und 1200hm. Wie sollte ich denn so die nächsten zwei Tage schaffen?

Tag 3:

…begann mit einer kurzen Überlegung, gar nicht zu fahren, weil mein Wohlbefinden vom Vortag etwas in Mitleidenschaft gezogen war. Aber das beste Argument, doch zu fahren, war ja erst am Vortag angekommen: Mein Freund! Im letzten Jahr hat er sich noch mit mir die Berge im Schneckentempo hochgeschoben, damit ich nicht ganz alleine mit 6km/h hoch musste. Dieses Jahr wollte ich dann also zumindest eine gemütliche, kitschig romantische Pärchentour mit ihm machen. Als Einstieg war der Samstag da ganz gut und unsere 32km-Runde war zum Entspannen vom Vortag genau das Richtige. Sogar so gut, dass ich sie am liebsten verlängert hätte, aber ich wollte ja die vorhergesagte Sonne am nächsten Tag nutzen und mich müde fahren.

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Tag 4:

Gesagt getan – meine Beine habe ich wirklich müde gefahren und das dann doch über mehr als 100km. Wir haben eine wunderschöne Strecke raus aus dem Harz genommen, die erst einmal wenig Höhenmeter haben sollte aber dafür 88km ingesamt. So die Theorie auf der Karte. Aber wie das mit den Männern so ist: Haben sie ein neues Spielzeug, in diesem Falle das neue Garmin Edge 820, spielen sie auch daran rum. In unserem Falle bei der Pause nach 50km in der Eisdiele und schwups, da war dann auf einmal unsere Strecke weg. Ich konnte mich noch grob erinnern, dass es Richtung Osterode weitergehen sollte. 50km hatten wir, das wären plus 23km, also gesagt, gefahren. Irgendwo an einer Kreuzung 20km später wurde dann die Navigation zum Ausgangspunkt eingestellt: 20km. Rechne, rechne: Sind 90km. Gut, perfekt. Wieso wir dann am Ende bei 90km noch 20km vom Ziel entfernt und vor einem schönen Berg standen, man weiß es nicht. Dieser Berg hat mir auf jeden Fall die letzte Kraft in den Oberschenkeln geraubt und trotzdem eines aber nicht trüben können: Es war die schönste Tour, die ich bisher mit dem Rennrad gefahren bin und das lag ganz kitschig natürlich auch zu einem großen Teil an meiner Begleitung und der wahnsinnig schönen Landschaft. Nächstes Jahr wird sie dann wieder gefahren, das steht schon einmal fest. Vielleicht machen wir ein Ritual draus – wer weiß 😉

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Fazit:

Insgesamt war es dann nämlich ein sehr schönes und für mich versöhnliches TL, denn ich hatte am Anfang mit weniger gerechnet, als ich am Ende geschafft habe. Aber so ist es ja oft. Was ich mitgenommen habe? Ich muss dringend mehr Krafttraining für meine Beine einplanen und meine Blackroll und den Ball habe ich besonders lieb gewonnen 🙂

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